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für den 23.10.2017

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Thema Organspende 

Ich bin Organpatin, um meinen Freundeskreis zu bewegen..., Foto: BZgA LupeIch bin Organpatin, um meinen Freundeskreis zu bewegen..., Foto: BZgA

Hand aufs Herz … Würden Sie sozusagen Till Schweigers „Innerstes“ – sein Herz - annehmen? Viel wichtiger noch - würden Sie ihm auch Ihres schenken? Ehe Fans nun über die Themenbreite im Gemeindekurier staunen und endgültig ins Schwärmen geraten - die Frage ist keineswegs romantisch oder symbolisch gemeint, sondern wortwörtlich: Es geht um Organspende. „Pro Organspende“ hat als erfolgreiche bundesweite Initiative eine Plakatkampagne mit Stars aus Film, Mode und Sport gestartet. Die Botschaft: "Du bekommst alles von mir. Ich auch von Dir?" Fakt ist, dass fast jeder von uns ein Spenderorgan annehmen würde, um das eigene Leben zu retten, aber nur jeder Fünfte zur Organspende nach dem Tod bereit ist.

Was heißt eigentlich „nach meinem Tod"? 

Der Tod ist in der modernen Medizin eine Frage der Definition, erst recht der Todeszeitpunkt. Es gibt keine eindeutige Antwort darauf wann ein Mensch tot ist – es gibt aber viele neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Beruhigend, dass zwei Ärzte unabhängig voneinander diagnostizieren müssen, dass im Gehirn kaum noch etwas funktioniert. Sie stellen klinisch fest, dass der Mensch nicht mehr spontan atmet, im tiefen Koma liegt, keine Reflexe mehr hat. Im EEG dürfen keine Hirnströme mehr nachweisbar sein, die Hirndurchblutung endet und das Gehirn reagiert nicht mehr auf Reize.

Warum müssen wir uns jetzt für oder gegen Organspenden entscheiden?

Das neue Transplantationsgesetz sieht vor, dass sich jeder Deutsche diese Frage stellt. Eine Antwort zu finden, ist nicht leicht. Eine Organspende kann Leben retten, aber auch der Schönheitsindustrie dienen. Die Entscheidung für oder gegen den Organspendeausweis beeinflusst, wie die Hinterbliebenen den Tod erleben. Und sie lässt nicht selten Zweifel offen: Ist mit dem eben beschriebenen Hirntod wirklich das Leben zu Ende?

Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit, nach dem Tod Organe spenden zu können, gering – aber gerade deshalb ist eine möglichst breite Zustimmung zur Spende so wichtig. Denn:. Nur etwa ein Prozent der Menschen, die im Krankenhaus sterben, erfüllen eine wichtige Voraussetzung: Bei ihnen ist nur der Hirntod eingetreten. Ihr Gehirn ist etwa durch Unfall oder Schlaganfall schwer geschädigt. Ihr Kreislauf kann aber durch künstliche Beatmung aufrecht erhalten werden, so dass Organe und Gewebe weiter durchblutet sind. Eine Spenderin oder ein Spender kann Herz, Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse, Dünndarm und beiden Nieren weitergeben - und damit bis zu sieben Menschenleben retten!

Was bedeutet das für die Hinterbliebenen?

Hat der Tote einen Organspendeausweis, kann es für Angehörige Probleme bereiten, den Tod zu akzeptieren, während der Angehörige warm und mit schlagendem Herzen vor ihnen liegt. Möglicherweise erschwert eine Spende den Abschied. Vor der Organentnahme sind umfangreiche medizinische Prozeduren nötig, die ein ruhiges, intimes Verabschieden sehr erschweren. Angehörige können nach der Organentnahme Zeit mit dem Verstorbenen verbringen, allerdings können Spuren des chirurgischen Eingriffs am Körper zu sehen sein. Es kann auch passieren, dass unerwartete Krankheiten entdeckt werden.

All dies kann verunsichern und die eigene Spendenbereitschaft in Frage stellen. Angehörige müssen diese schwierige Entscheidung dann sehr schnell für den Verstorbenen treffen, wenn dieser das nicht selbst geregelt hat. Dafür bleiben in der Regel nur wenige Stunden Zeit. Viele Familien sind überfordert. Ein Rat muss daher lauten: Entscheiden Sie sich – für oder gegen die Organspende, aber entscheiden Sie sich!

Wie sollen wir als Christen entscheiden?

Die beiden großen christlichen Kirchen sprechen sich eindeutig für die Organspenden aus. Wer durch seinen Körper einem anderen neues Leben schenkt, übt Nächstenliebe und Solidarität. Das war übrigens nicht immer Position der Kirche. Es gab Zeiten, da wurde eine Organspende als Selbstverstümmelung bewertet und war somit verboten. Erst mit dem erfolgreichen Verlauf von Transplantationen änderte sich die theologische Einschätzung. Geben Sie sich also einen Ruck –Organspende ist die Möglichkeit am Lebensende mit dem eigenen Körper noch etwas richtig Sinnvolles zu tun. Christen sollten nicht zögern, diesen letzten Akt christlicher Nächstenliebe zu nutzen. Wissen wir doch: Nach dem Tod brauchen wir für die Auferstehung die leere Hülle, unseren Körper, nicht mehr. Die Seele bleibt von der Spendebereitschaft garantiert unberührt.
Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es weitere Informationen. Hinweise finden sich auch unter: www.organspende-info.de

 

Organspende / BZgA / 30.09.2014



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